Marburg/Bad Laasphe. Es zischt, es dampft, und plötzlich fängt das Metall wie von Geisterhand an zu schwingen. Was klingt wie die Kulisse für einen Science-Fiction-Film, war für die Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse in den vergangenen Tagen gelebte Realität. Die Klasse tauschte das klassische Klassenzimmer gegen die Profilabore des Chemikums Marburg – und landete mit ihren spektakulären Experimenten sogar im Fernsehen.

Hintergrund des Besuchs ist ein ernster Zustand: In Deutschland fehlen aktuell rund 134.000 Fachkräfte im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Außerschulische Lernorte wie das Chemikum Marburg, das von einem gemeinnützigen Verein getragen wird, wollen dem entgegenwirken – und zwar mit der puren Faszination des Selbermachens.

 

Wenn aus stillem Wasser plötzlich Sprudel wird

Wie bringt man Jugendliche für Naturwissenschaften zum Brennen? Ganz einfach: Indem man sie die Phänomene des Alltags selbst entschlüsseln lässt. Wer hätte beispielsweise gedacht, dass sich aus einfachem, stillem Wasser und etwas Trockeneis im Handumdrehen prickelndes Sprudelwasser herstellen lässt? Die Neuntklässler probierten es unter professioneller Anleitung aus, setzten die Schutzbrillen auf und erforschten die verblüffenden Eigenschaften von chemischen Stoffen.

Ein Highlight war der Wasser-Workshop, bei dem die Jugendlichen in zwei Teams tief eintauchten: Während die eine Gruppe die chemisch-physikalischen Geheimnisse wie die Polarität des Wassermoleküls erforschte, untersuchte das zweite Team biologische Proben aus der Lahn unter dem Mikroskop, um die Bedeutung von Grenzwerten für unser Trinkwasser zu verstehen.

Am Ende des Tages stand für die Neuntklässler fest: Chemie ist alles andere als graue Theorie. Und wer weiß – vielleicht hat dieser Tag in Marburg bei dem einen oder der anderen den Grundstein für eine Karriere als Forscher von morgen gelegt.

*** Hinweis für interessierte Klassen und Lehrkräfte: Der TV-Beitrag zum Nachschauen sowie alle Informationen zu den wechselnden Modulen und Workshops sind auf den offiziellen Seiten von 17:30 Live und dem Chemikum Marburg zu finden.

Text: Marc Roth

Fotos: Kathrin Beck

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