Einmal die Themse entlangschlendern, den Buckingham Palace live erleben und das im Unterricht gelernte Englisch endlich im echten Leben ausprobieren: Für Schülerinnen und Schüler der Klassen 6 bis 11 vom Gymnasium Schloss Wittgenstein ging es am 6. September 2026 auf große Fahrt auf die britische Insel. Eine Woche voller Kultur, Geschichte, Sprachpraxis und unvergesslicher Gemeinschaftsmomente, für die die Schülerinnen und Schüler jährlich Schlange stehen, um einen der 50 Plätze zu ergattern.
Der Weg ist das Ziel: Die große Überfahrt
Die Aufregung war bereits am Abfahrtstag riesig. Mit gepackten Koffern und jeder Menge Proviant startete die Reise im modernen doppelstöckigen Reisebus. Das erste große Highlight ließ nicht lange auf sich warten: Die Überfahrt mit der Fähre von Dunkerque nach Dover. Als die berühmten weißen Kreidefelsen von Dover auftauchten, war allen klar: Wir sind endlich in England! Für alle Teilnehmer der Schulreise war schon diese Überfahrt ein echtes Abenteuer.
In Dover angekommen ging es gleich weiter nach Whitstable, wo die Kinder herzlich von ihren Gasteltern in Empfang genommen wurden. In der Zeit zwischen der Ankunft und Abholung durften alle noch mit den Füßen ins Meer und sich den wundervollen Sonnenuntergang anschauen, der zahlreiche atemberaubende Aufnahmen hervorbrachte.
Möwen, Meer und weißer Sand: Am nächsten Tag wurden die Badeorte „Broadstairs“ und „Margate“ mit ihren breiten Stränden erkundet. Eine Wanderung entlang der Küste rundete den Ausflug ab.
Die Metropole London – ein unvergessliches Erlebnis
Von North Greenwich aus ging es am folgenden Tag zunächst auf eine Bootstour auf der Themse, an der „Cutty Sark“, einem historischen britischen Tee- und Wollklipper aus dem Jahr 1869, vorbei, unter der „Tower Bridge“ hindurch und am „London Eye“ vorbei, direkt zum „Big Ben“ und den „Houses of Parliament“. Eine von den begleitenden Lehrern geleitete Tour führte zu Sehenswürdigkeiten wie „Downing Street No. 10“ und den „Horse Guards“ durch den St. James Park bis hin zum „Buckingham Palace“. Mittagessen gab es am Leicester Square beim Italiener. Danach durfte die Stadt in Gruppen erkundet werden.
Ein Erholungsprogramm folgte am Mittwoch. Canterbury lud zur Erkundung der alten Stadt und zum Shoppen ein. Alte Bäume wurden im nahegelegenen Park bewundert und sogar ein Spielplatz von den jüngeren Schülerinnen und Schülern erobert.
Am Nachmittag ging es nach Herne Bay zu einem Workshop. Zwei Schauspieler entwickelten interaktiv Geschichten mit den Schülern. Standbilder und Präsentationen rundeten das Programm ab.
Am Donnerstag ging es wieder nach London. Zunächst stand ein Museumsbesuch an. Das „National Maritime Museum“ in Greenwich überzeugte mit seinen zahlreichen Exponaten aus der Seefahrt. Geschichtliche Zusammenhänge wurden durch die gelungene Ausstellung deutlich gemacht, wie z.B. der Export von Tee und Textilien in die Kolonien. Mitmachstationen ließ die Kinder eintauchen in diesen Teil der Geschichte Englands.
Vor dem Museumsbesuch ging es hoch hinaus zum berühmten Nullmeridian. Von dort oben bot sich der Gruppe ein atemberaubender Ausblick auf die beeindruckende Skyline von London – ein perfektes Motiv für das nächste Gruppenfoto!
Der Greenwich Market überzeugte alle mit einer riesigen Auswahl an unglaublich leckerem Essen aus aller Welt. Für jeden Geschmack war etwas dabei. Mit der Bahn ging es meist oberirdisch in die City. Die „Tower Bridge“ und der „Tower of London“ beeindruckten die Kinder ebenso wie die modernen Gebäude im Hintergrund. Gemeinsam ging es weiter mit der „Tube“, dem U-Bahn-System: laut, dröhnend, eng, schnell, heiß und voll – ein unvergessliches Ereignis.
Anschließend überzeugte der wunderschöne Platz „Covent Garden“ mit seinen zahlreichen Kunst- und Souvenirständen, Cafés und Straßenkünstlern.
Ein besonderer Teil der Reise war die Unterbringung. Die Schülerinnen und Schüler wohnten in Kleingruppen bei englischen Gastfamilien. Hier war echter Mut gefragt! Beim gemeinsamen Frühstück oder Abendessen wurde das Schulenglisch auf die Probe gestellt. Ob es um die Frage nach dem WLAN-Passwort ging oder um das Berichten vom erlebnisreichen Tag – die Sprachbarriere war schnell gebrochen. Die Herzlichkeit der Gastgeber sorgte dafür, dass sich alle wie zu Hause fühlten und ganz nebenbei eine Menge über den typisch britischen Alltag lernten.
Müde, aber überglücklich und mit Koffern voller Souvenirs und riesengroßen Stofftieren traten die Schülerinnen und Schüler nach einer Woche die Heimreise an. Diese Englandfahrt war weit mehr als nur ein Ausflug: Sie hat die Gemeinschaft gestärkt, den Horizont erweitert und gezeigt, dass Englischlernen weit über das Lehrbuch hinausgeht. Ein riesiges Dankeschön gilt dem Förderverein, der die Englandfahrt mit einer großzügigen Spende finanziell unterstützte.
Goodbye, England – we will come back!
Text und Fotos: Nina Blecher
